Gedichte, die mir besonders gefallen!
Du bist Zeitlebens für das verantwortlich,
was du dir vertraut gemacht hast.
- Antoine de Saint-Exupéry –
Ein schöner Satz. Ist er wahr? Ist er überhaupt schön?
Zeitlebens verantwortlich sein für die allzu schnelle
Bereitschaft, Anteilnahme zu zeigen?
Zeitlebens die Hand nicht loslassen dürfen, die mich hielt
in einem vorübergehenden Moment der Schwäche?
Zeitlebens gebunden sein an Menschen, die mein
Vertrauen besaßen und es zertreten haben?
Wo ist die Kraft zur Veränderung?
Beziehungen verändern sich, Gefühle bleiben nicht,
und Versprechen verlieren ihre Bedeutung.
Was gestern war, ist alt, muss erneuert werden.
Immer neue Dinge, Gefühle, Erfahrungen…
Nicht ist unauflöslich. Die Dinge haben sich geändert.
Dann fangen wir woanders neu an.
Neues Leben, neue Chance, neues Glück.
Und alles Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
Wir haben alles neu gemacht, alte Briefe weggeworfen
Und die Namen vergessen.
Aber die Namen tauchen auf in der Erinnerung.
Und ehe ich, die ich doch neu bin, es verhindern kann,
zucke ich unter der Berührung durch das Alte zusammen.
Der Ring, den ich einmal getragen habe, hinterließ einen
Hellen Streifen an meinem Finger. Meine Haut
Erinnert sich an das, was ich vergessen wollte.
Der Name eines Menschen, der einmal Zutritt hatte
Zu meinem Leben, bleibt ein gültiges Passwort.
Wenn er genannt wird, öffnen sich in mir Türen.
Zeitlebens.
- Angela Römelt -
Macht
Deine Macht ist meine Ohnmacht
Deine Lust ist meine Qual
Meine Hingabe ist Dein Stolz
Mein Schmerz ist dein Ziel
Dein Wunsch ist meine Unterwerfung
Dein Zwang meine Erfüllung
Dein Fordern ist mein Gehorsam
Deine Fesseln sind meine Freiheit
Meine Sehnsucht nach Deiner Macht
ist grenzenlos
*Wer hier wohl gemeint ist? lächelt*
(19.07.2006)
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